

Überhaupt: Vor allem bei Anwohner*innen stießen die Besichtigungstouren auf großes Interesse. Und wer dann nachfragte, was ihnen aufgefallen war, bekam detailliertes Feedback, zum Beispiel von einem Paar aus dem Kornträger Gang: „Toll, erst einmal. Für die Klienten ist viel gemacht worden und für die Nachbarn auch. Zum Beispiel, dass die Fenster nur noch gekippt werden können. Keiner kann rausfallen. Und Dinge rauswerfen, ist auch schwieriger geworden. Oder die Beleuchtung: Früher grelles Neonlicht überall, jetzt sollte es eigentlich sanfter sein. Wir finden es gut, dass das Pik As mitten in die Innenstadt zurückgekehrt ist und nicht ausgelagert wurde, nach dem Motto, aus den Augen, aus dem Sinn.“


Natürlich gibt es auch Bedenken, zum Beispiel, dass die Notdurft wie früher in den kleinen Gärten der Anwohner*innen verrichtet werden könnte. Aber da hat Fördern und Wohnen als Träger des Pik As vorgebaut. Durch eine überbaute Toreinfahrt kommen die Klienten in einen großzügigen Innenhof mit zwei Arkadengängen sowie einem Wasserspender und im großzügigen Einlassbereich gibt es leicht erreichbar eine Toilette. Das heißt, bevor um 17 Uhr Einlass ist, müssen die Klienten sich nicht mehr auf der Neustädter Straße aufhalten, sondern haben den Innenhof zur Verfügung und sind auch bei Regen geschützt.
108 Zimmer bei einer Maximalbelegung von 330 Personen pro Nacht hat das Pik As zur Verfügung, davon neun Plätze auf dem sogenannten Gesundheitsflur, in dem Menschen in sehr schlechter körperlicher und psychischer Verfassung in Einzelzimmern untergebracht werden können. Ansonsten gibt es weiterhin die medizinische Schwerpunktpraxis mit zwei Ärztinnen, das Badeland mit Duschen, einer Pflegebadewanne und Waschmaschinen sowie Zimmer für Männer und Frauen mit Hunden und einen großen Aufenthaltsraum mit der durch den Förderverein PIK AS e.V. betriebenen Suppenküche. Nicht zu vergessen die beiden Fahrstühle, die sowohl den Klient*innen als auch den Mitarbeiter*innen das Leben erleichtern.


Durch die Nutzung der unteren Ebene, in der früher Material gelagert wurde, hat das Pik AS eine Etage gewonnen, statt vier sind es jetzt fünf. Neugebaut wurde darüber hinaus ein Wohnhaus für 33 Lebensplätze in Einzelzimmern mit Küche und Badezimmer einschließlich Hilfe für den Alltag und ambulante Pflege für ältere Frauen und Männer, die ansonsten keine Chance auf dem Hamburger Wohnungsmarkt hätten. Bei der Energie setzt Fördern und Wohnen auf Fernwärme, Photovoltaik sowie Wärmerückgewinnung bei der neuen Be- und Entlüftung. Auch eine Brauchwassernutzungsanlage ist eingerichtet worden. Die Begrünung horizontaler Dächer folgt.
„Uns hat der Tag der offenen Tür sehr viel Spaß gemacht“, sagt eine Mitarbeitende des Pik As aus dem Unterkunftsmanagement, „wir sind immer da, damit Anwohner uns ansprechen können und freuen uns auf ein gutes Miteinander. Ab Mittwoch findet dann der Umzug aus der Interimsunterkunft in der Eiffestraße statt und das Pik As in der Neustädter Straße ist zum ersten Mal seit zwei Jahren wieder für die Klienten geöffnet.“

